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IATF 16949 Ausgabe 6: Die wichtigsten Änderungen und Auswirkungen

Was sich seit 01.01.2025 für Auditverfahren und Zertifizierung in der Automobilindustrie ändert

IATF 16949 Ausgabe 6 seit 01.01.2025 in Kraft

 

Die 6. Ausgabe der IATF 16949 wurde am 31. März 2024 veröffentlicht und ist seit dem 1. Januar 2025 in Kraft. Sie bringt wesentliche Neuerungen für die Audit- und Zertifizierungsprozesse mit sich. Wichtig: Der Standard selbst und seine Anforderungen bleiben unverändert – geändert haben sich die Regeln, nach denen auditiert und zertifiziert wird.

Was bedeutet IATF 16949?

 

Die IATF 16949 ist die weltweit anerkannte Norm für Qualitätsmanagementsysteme, die speziell für den Automobilsektor entwickelt wurde. Sie harmonisiert verschiedene Bewertungs- und Zertifizierungssysteme für die Lieferkette der Automobilindustrie. Erstmals im Oktober 2016 veröffentlicht, ersetzt sie die ISO/TS 16949:2009 und bringt einen einheitlichen Ansatz für das Qualitätsmanagement in der Automobilindustrie. Mehr zur allgemeinen Zertifizierung nach IATF 16949 erfahren Sie auf unserer Übersichtsseite zur IATF 16949 Zertifizierung.

Was sich mit der 6. Ausgabe ändert

 

Die 6. Ausgabe der IATF 16949 führt wesentliche Aktualisierungen der Audit- und Zertifizierungsprozesse ein. Während der Standard und seine inhaltlichen Anforderungen unverändert bleiben, werden die neuen Regeln die Auditverfahren straffen und verfeinern. Für zertifizierte Unternehmen bedeutet das: Der Weg zur Zertifizierung bleibt gleich, die Rahmenbedingungen der Auditierung ändern sich jedoch spürbar.

Die wichtigsten Änderungen der 6. Ausgabe

 

1. Neudefinition der erweiterten Fertigungsstätte (EMS)

Die Definition eines erweiterten Produktionsstandorts (Extended Manufacturing Site, EMS) wurde aktualisiert. EMS-Standorte müssen nun innerhalb von 10 Meilen (16 km) und 60 Minuten Fahrzeit vom Hauptstandort entfernt sein. Standorte, die dieses Kriterium nicht erfüllen, werden neu eingestuft und benötigen eine eigenständige Zertifizierung.

 

2. Intervalle für Überwachungsaudits

Die neuen Vorschriften beschränken die Anzahl der Überwachungsbesuche auf zwei innerhalb eines dreijährigen Prüfungszyklus. Die früheren Intervalle von 6- und 9-monatlichen Besuchen sind nicht mehr zulässig. Kunden müssen zu 12-monatlichen Verträgen übergehen.

 

3. Dauer des Audits

Die Auditdauer umfasst nun zusätzliche Zeit für Aktivitäten wie die Überprüfung von Nichtkonformitäten, Übersetzungen und die Untersuchung wesentlicher Änderungen. Für regelmäßige Besuche an Hauptproduktionsstandorten sind mindestens 1,5 Tage erforderlich. Mindestens 30 Prozent der Auditzeit müssen auf den Herstellungsprozess des Kunden entfallen.

 

4. Management von Nichtkonformitäten

Es wurden strengere Fristen für die Behandlung von Nichtkonformitäten festgelegt. Bei schwerwiegenden Nichtkonformitäten (Major Non-Conformities) müssen Korrekturmaßnahmen innerhalb von 15 Tagen eingereicht und innerhalb von 60 Tagen abgeschlossen werden. Bei geringfügigen Nichtkonformitäten (Minor Non-Conformities) müssen die Korrekturmaßnahmen innerhalb von 60 Tagen vorgelegt werden. Die Nichteinhaltung dieser Fristen führt zur Ungültigkeit des letzten Besuchs und zum Entzug des Zertifikats.

 

5. Virtuelle Audits

Virtuelle Audits sind jetzt nur noch für eigenständige, entfernte Standorte unter bestimmten Bedingungen zulässig. Vor-Ort-Audits sind für Hauptproduktionsstandorte weiterhin obligatorisch – unabhängig davon, wie stark entfernte Arbeitsumgebungen im Unternehmen genutzt werden.

 

6. Auswirkungen auf Firmenkunden

Mit den neuen Vorschriften wird die Kürzung der Audittage für Firmenkunden auf einheitlich 15 Prozent vereinheitlicht. Die bisherigen obligatorischen Kürzungen bei der Berechnung entfallen damit.

Experten-Insight von LRQA

 

Als IATF Subject Matter Expert bei LRQA beobachtet Dilip Kumar die kontinuierlichen Veränderungen im Automobilsektor und die daraus resultierenden Anforderungen an Unternehmen.

Die aktuellen Anpassungen der IATF 16949-Regeln unterstützen Organisationen dabei, qualitativ hochwertige Standards und Konformität aufrechtzuerhalten – und so langfristig wettbewerbsfähig im globalen Markt zu bleiben.

Die Regeln der 6. Ausgabe spiegeln das Engagement der IATF wider, die Konsistenz und Robustheit der Audits zu gewährleisten. Durch die Neudefinition der Auditintervalle, der Auditdauer und des Non-Conformity-Managements werden die neuen Regeln die Gesamtintegrität des Zertifizierungsprozesses verbessern.

Dilip Kumar, IATF Subject Matter Expert bei LRQA, betont die Bedeutung dieser Änderungen

IATF 16949 Zertifizierung mit LRQA

 

Die Aktualisierungen der 6. Ausgabe sorgen dafür, dass Unternehmen der Automobilindustrie auch weiterhin auf robuste, einheitliche Qualitätsstandards vertrauen können. LRQA begleitet Sie als akkreditierte Zertifizierungsstelle bei der Umsetzung der neuen Regeln – von der Auditvorbereitung bis zur Rezertifizierung.

Erfahren Sie mehr über die IATF 16949 Zertifizierung mit LRQA oder fordern Sie ein unverbindliches Angebot an.

 

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