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Integrierte vs. konsolidierte Managementsysteme: Warum der Unterschied wichtig ist

Wenn Organisationen weitere ISO-Normen einführen, steigt die Komplexität der Zertifizierung schnell. Mehr Audits, unklare Zuständigkeiten und zusätzlicher Aufwand bei der Koordination der Anforderungen sind oft die Folge.

Wenn diese Situation eintritt, suchen viele Organisationen nach Möglichkeiten zur Vereinfachung. Zwei gängige Ansätze sind die Integration von Managementsystemen oder deren Konsolidierung bei einem Anbieter. Obwohl die Begriffe teilweise synonym verwendet werden, beschreiben sie unterschiedliche Vorgehensweisen. Den Unterschied zu verstehen ist entscheidend – insbesondere bei der Übertragung von Zertifizierungen oder bei der Planung der nächsten Schritte.

 

Warum diese Entscheidung häufig ansteht

Die Frage nach integrierten versus konsolidierten Managementsystemen stellt sich oft an natürlichen Übergangspunkten: beim Wechsel der Zertifizierungsstelle, bei einer Überprüfung der Auditkosten oder wenn Unternehmenswachstum die bestehende Struktur schwerer handhabbar gemacht hat.

Eine Zertifikatsübertragung ist ein geeigneter Moment, innezuhalten und zu prüfen, ob der aktuelle Ansatz noch passt. Manche Organisationen nutzen diesen Zeitpunkt für eine vollständige Integration ihrer Managementsysteme. Andere entscheiden sich für eine Konsolidierung, um ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Steuerung und Aufwand zu erreichen. Beide Wege können effektiv sein – wenn sie aus den richtigen Gründen gewählt werden.

 

Was ist ein Integriertes Managementsystem (IMS)?

Ein Integriertes Managementsystem (IMS) führt mehrere ISO-Normen in einem einzigen, abgestimmten Rahmenwerk zusammen. Gemeinsame Prozesse wie Führung, Risikobewertung, interne Audits, Korrekturmaßnahmen und Managementbewertung werden so gestaltet, dass sie gleichzeitig die Anforderungen aller relevanten Normen erfüllen.

Dies ist möglich, weil moderne ISO-Managementnormen einer gemeinsamen Struktur gemäß Annex SL folgen. Durch einheitliche Kapitelstruktur und Terminologie können Organisationen ihre Steuerungsmechanismen harmonisieren, ohne für jede Norm ein separates System aufzubauen.

In der Praxis bedeutet ein IMS:

  • Ein gemeinsames Set von Kernprozessen für mehrere Normen
  • Eine konsistente, vernetzte Bewertung von Risiken
  • Nachweise werden einmal erhoben und für mehrere Zertifizierungen genutzt
  • Ein abgestimmtes Auditprogramm, das die tatsächliche Arbeitsweise des Unternehmens widerspiegelt

Für Organisationen mit entsprechender Reife und ausreichenden Ressourcen kann Integration zu höherer Transparenz, vereinfachter Governance und langfristiger Effizienz führen.

Was bedeutet die Konsolidierung von Managementsystemen?

Konsolidierung verfolgt einen anderen Ansatz. Statt Prozesse vollständig zu integrieren, werden Normen nebeneinander geführt, jedoch operativ gebündelt.

Dies umfasst häufig:

  • Einen Zertifizierungsanbieter für mehrere Normen
  • Wo möglich, abgestimmte Auditpläne
  • Gemeinsame Audit-Tage oder Auditoren, ohne vollständige Systemzusammenführung
  • Getrennte Dokumentation, wo dies sinnvoll ist

Konsolidierung kann Doppelarbeit und administrativen Aufwand reduzieren, ohne den umfassenden Veränderungsprozess einer vollständigen Integration auszulösen. Für viele Organisationen – insbesondere mit begrenzten internen Ressourcen oder gut etablierten Systemen – ist dies eine pragmatische und wirkungsvolle Lösung.

 

Integriert vs. konsolidiert: Die zentralen Unterschiede

Es geht nicht um richtig oder falsch, sondern um Passung.

Ein Integriertes Managementsystem (IMS) konzentriert sich darauf, die Art und Weise der Unternehmenssteuerung auszurichten. Ein konsolidierter Ansatz zielt darauf ab, die Organisation der Zertifizierung zu vereinfachen.

Integration eignet sich häufig für Organisationen, die:

  • Mehrere miteinander verbundene Risiken über verschiedene Normen hinweg managen
  • Eine einheitliche, vernetzte Sicht auf ihre Leistung wünschen
  • Wachstum, neue Normen oder Akquisitionen planen
  • Über die Ressourcen verfügen, systemübergreifende Veränderungen zu steuern

Konsolidierung passt oft besser zu Organisationen, die:

  • Den Auditaufwand reduzieren möchten, ohne Systeme neu zu gestalten
  • Über begrenzte Zeit oder interne Ressourcen verfügen
  • Am Anfang ihrer Zertifizierungsreise stehen
  • Integration als langfristiges Ziel sehen, jedoch nicht als unmittelbare Priorität

Beide Ansätze können eine wirksame Zertifizierung, Compliance und Risikosteuerung unterstützen – sofern sie zum Kontext der Organisation passen.

 

Den richtigen Ansatz für Ihre Organisation wählen

Die richtige Entscheidung hängt davon ab, was Sie erreichen möchten. Für einige Organisationen stärkt Integration die Governance und unterstützt langfristige Skalierbarkeit. Für andere bietet Konsolidierung eine unmittelbare Entlastung vom Auditdruck, ohne die Kontrolle zu verlieren.

Entscheidend ist Klarheit. Wer den Unterschied versteht, trifft fundierte Entscheidungen – statt sich für ein Modell zu entscheiden, das nicht ganz passt.

 

Wie eine Zertifikatsübertragung beide Ansätze unterstützen kann

Unabhängig davon, ob Sie sich für Integration oder Konsolidierung entscheiden: Die Übertragung Ihrer Zertifikate zu einem einzigen Anbieter kann den Prozess vereinfachen. Eine koordinierte Übertragung erleichtert die Abstimmung von Auditzyklen, reduziert Störungen und sorgt für eine planbarere Zertifizierung.

LRQA unterstützt Organisationen dabei, ihre Ziele zu verstehen, bestehende Systeme zu bewerten und den Ansatz umzusetzen, der am besten zu ihren Anforderungen passt. Das kann der Übergang zu einem Integrierten Managementsystem sein, die Konsolidierung von Zertifizierungen unter einem Anbieter oder ein stufenweiser Weg von einem Modell zum anderen.

Ob Sie eine reibungslose Zertifikatsübertragung oder umfassendere Unterstützung zur Stärkung von Governance und Risikomanagement benötigen – erfahren Sie, wie LRQA Sie von Anfang an begleiten kann.

 

Ob Sie eine reibungslose Zertifikatsübertragung oder umfassendere Unterstützung zur Stärkung von Governance und Risikomanagement benötigen – erfahren Sie, wie LRQA Sie vom ersten Tag an begleiten kann.

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